

Letzte Aktualisierung: 13.08.2010
 |
  |
| |
Als Nuklearmedizin bezeichnet man die medizinische Anwendung von radioaktiven Substanzen zu therapeutischen und diagnostischen Zwecken. In der Diagnostik
unterscheidet man die Aktivitätsmessung durch Abtasten der Körperoberfläche, genannt Szintigraphie oder Messungen an Körperausscheidungen bzw. Gewebeproben.
|
|
| |
 |
 |
 |
 |
Kurzinfo
Als Tracer bezeichnet man in der Nuklearmedizin radioaktiv markierte physiologische Substanzen, die nach Einbringung in lebende Organismen verschiedenste Untersuchungen ermöglichen.
Tracer (von engl.: to trace = verfolgen, aufspüren)
|
|
 |
|
|
 |
|
Die Nuklearmedizin dient zur Untersuchung von Funktionsabläufen in den Organen des Körpers. Insbesondere ist es möglich, die Stoffwechselvorgänge der Schilddrüse, die Nierenleistung und -durchblutung, den Knochenstoffwechsel, die Lungendurchblutung oder die Herzmuskeldurchblutung zu untersuchen. Entzündungen lassen sich feststellen und lokalisieren. Dazu wird eine schwach radioaktive Substanz in die Vene gespritzt, welche vom Körper ohne Probleme vertragen wird. Nachdem sich die Substanz verteilt hat, werden mit einer sogenannten Gammakamera Aufnahmen der Körperregion oder des gesamten Körpers angefertigt.
Die Verteilung der radioaktiven Substanz im Körper dauert unterschiedlich lange. Bei den Nieren und der Lunge kann sofort mit der Aufzeichnung begonnen werden, bei der Schilddrüse dauert es etwa 20 Minuten, bei Knochen und Herz bis zu 3 Stunden. Unter Umständen müssen vorbereitende Maßnahmen getroffen werden (z.B. nüchtern, Änderung der Medikamenteneinnahme). Hierzu werden Sie durch Ihren Arzt oder die Mitarbeiter der Praxis informiert. Die Aufzeichnungen werden mit Computerprogrammen berechnet. Dies nimmt längere Zeit in Anspruch.
Das endgültige Resultat wird Ihrem zuweisenden Arzt mitgeteilt. Die Auswertung der Resultate wird der Arzt dann mit Ihnen unter Berücksichtigung anderer Untersuchungsergebnisse und Ihrer Krankengeschichte besprechen. |
 |
|
Die Praxis betreibt zwei Gammakameras. Es stehen eine Doppelkopfkamera (im Foto abgebildet) und eine Einkopfgammakamera für die Untersuchungen zur Verfügung. Beide Kameras sind SPECT-fähig. Hiermit können Funktionsabläufe im Körper sichtbar gemacht werden. Sie sehen auf dem Foto zwei Mitarbeiterinen der Praxis. |
 |
|
In der Nuklearmedizin werden medizinische radioaktive Substanzen verwendet. In unserer Praxis arbeiten wir überwiegend mit Technetium. Das Technetium wird für eine Knochenszintigraphie mit einem entsprechenden Tracer markiert und in die Armvene injiziert. Nach mindestens 2 Std. kann z. B. eine Ganzkörperaufnahme angefertigt werden. Die Knochenszintigraphie ist eine Methode um den Knochenstoffwechsel darzustellen. Veränderungen am Knochen, z.B. Rheuma oder bösartige Veränderungen, aber auch Frakturen werden dadurch sichtbar. |
 |
|
Für eine Schilddrüsenszintigraphie wird Technetium verwendet. Wir verwenden üblicherweise 99m Technetium, welches in die Armvene injiziert wird. Bereits nach 15 Min. kann die Aufnahme erfolgen. Die Aufnahme zeigt Funktion, Größe, Lage und evtl. knotige Veränderungen der Schilddrüse. In Verbindung mit einer Ultraschalluntersuchung und ggfs. einer Untersuchung schilddrüsenspezifischer Laborwerte können somit Schilddrüsenerkrankungen erkannt und behandelt werden. |
 |
|
Die li. Abb. zeigt eine Myokardszintigraphie. In dieser Untersuchung
wird der Herzmuskel untersucht. Hierfür wird Technetium mit einem
entsprechenden Tracher markiert und in die Armvene injiziert. Nach ca.
45 Min. wird eine Aufnahme angefertigt. Die Untersuchung zeigt, ob der
Herzmuskel eingeschränkt arbeitet, zu gering durchblutet ist oder
bereits Narben durch Infarkte aufweist. Die Untersuchung erfolgt an 2
Tagen. Am ersten Tag wird vor der Aufnahme ein Belastungs-EKG
durchgeführt. Am 2. Tag erfolgt die sog. Ruheuntersuchung ohne EKG.
|
Info*
Nuklearmedizinische Anwendungen
Die erste Methode zur wirtschaftlichen Trennung von 99Mo und 99mTc
wurde in den 1960er Jahren durch die beiden US-amerikanischen Forscher
Walter Tucker und Margaret Green am Brookhaven National Laboratory
entwickelt. Powell Richards veröffentlichte im Juni 1960 die erste
Studie zur Anwendung von 99mTc in der Nuklearmedizin.
|
|
|
 |